Schulen sind Teil der Gesellschaft und daher verfolgen wir am Bischöflichen Institut das Ziel, unsere Jugendlichen bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten. Wir möchten uns den neuen Herausforderungen einer Zukunft stellen, die wir in der heutigen Schnelllebigkeit nur erahnen können und möchten uns als Schule weiterentwickeln. Aus diesem Grund haben wir zur Inspiration Ausschau nach anderen Schulsystemen und Philosophien gehalten, bis wir schließlich auf die VOG WeEvolution in Brüssel gestoßen sind. Diese Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, das Prinzip der ECEC-Schulen, die in Kanada ihren Ursprung haben, nach Belgien zu bringen. „ECEC“ steht dabei für „Ecoles communautaires entrepreneuriales conscientes.“ Diese Schulen sind im französischsprachigen Raum Kanadas im Aufwind und gewinnen immer mehr an Aufmerksamkeit und Interesse. So auch das unsere.

Wie der Name schon sagt, nimmt bei den ECEC-Schulen die Gemeinschaft einen besonderen Stellenwert ein. Wir alle - Jugendliche, Eltern, Lehrer,… – verfolgen dasselbe Ziel: Die Jugendlichen darauf vorzubereiten sich, ihrer Verantwortung als Teil der Gesellschaft bewusst zu werden und diese aktiv mitzugestalten. So sollte die Schule als zentraler Bestandteil der Gemeinschaft gesehen werden, bei dem einerseits die Schule zur Gemeinschaft beitragen sowie andererseits die Gemeinschaft auch zur Schule beitragen sollte.

Die Abkürzung ECEC beinhaltet auch das Wort „entrepreneurial“, das hier aber nicht im wirtschaftlichen Sinne übersetzt werden sollte. Es geht dabei eher darum, dass die Jugendlichen lernen sollen, Eigeninitiative zu ergreifen, sich zu engagieren und eigene Ideen zu entwickeln, sodass sie sich Kompetenzen aneignen können, die in den traditionellen Unterricht oft nur schwer zu integrieren sind.

Weitere Werte, die an den ECEC-Schulen großgeschrieben werden, sind Persönlichkeitsentwicklung, Innovationsgeist, bewusstes Handeln, Selbstbewusstsein, Gruppengeist, uvm. Dies sind wichtige Eigenschaften, die auch uns sehr am Herzen liegen. Es sind in unseren Augen genau die „soft skills“, die später von den Arbeitgebern verlangt werden.

Im Rahmen des Programms „Québec-Wallonie“ hatten zwei Lehrerinnen des BIB die Chance, in Kanada sogenannte ECEC-Schulen zu besichtigen. Sie haben sich mit vielen Teilnehmern der ECEC-Schulen austauschen können, mit Lehrern, Schülern, Eltern und auch Direktionen. Sie alle sind überzeugt davon, dass das Lernen in Verbindung mit Eigeninitiative und Unternehmungsgeist das Interesse sowie auch die Leistungen der Schüler steigert. Das bestätigten zum Beispiel auch die neusten Statistiken von Schülern in der Provinz New Brunswick in Mathe, die ein Mitarbeiter aus dem Kabinett des Schulministers vorgestellt hat. Diese liegen hier zum ersten Mal über dem Durchschnitt.

Kanada ist auch bekannt für den erfolgreichen Einsatz von neuen Technologien im Unterricht.

Auch das konnten zwei Kollegen in den Schulen beobachten: Hier wird Kindergartenkindern schon das Rechnen oder der Aufbau des menschlichen Körpers auf spielerische Weise nähergebracht. Auch das Programmieren von Robotern wird ähnlich wie auch schon bei uns am BIB mit einem pädagogischen Hintergrund verknüpft und stimmt die Jugendlichen langsam auf die doch sehr technisch geprägte Zukunft ein.

Wir, das Kollegium, haben uns also gemeinsam dazu entschieden, uns auf den Weg zu einer ECEC-Schule zu machen. Daher baten wir WeEvolution, zu uns zu kommen und unsere Schule zu analysieren. Dies geschah im November letzten Jahres. Daraufhin wurde ein Entwicklungsteam gebildet, das sich nun um die Verbreitung der ECEC-Philosophie am BIB kümmern wird. Diese Gruppe aus Lehrern, Erziehern und der Direktion wird drei Mal jährlich von einem Kanadier (unten auf dem Bild zusammen mit dem Entwicklungsteam) und einem Brüsseler während zwei Tagen begleitet, an denen ihnen die Konzepte und Werte der ECEC-Schulen näher gebracht werden. Diese Begleitung wird sich nun über fünf Jahre erstrecken, sodass wir uns im Jahre 2022 stolz die erste deutschsprachige ECEC-Schule nennen können und Teil des internationalen Netzwerks dieser Schulen sein werden.

Zusätzlich hatten auch einige andere Kollegen dieses Jahr durch ein Erasmus+ Projekt die Möglichkeit, Schulen in Bordeaux und Österreich zu besuchen, die das traditionelle Lehren auf ihre Art und Weise modernisiert haben. Die vielen Eindrücke und Informationen, die sie dort sammeln konnten, werden wir nun dazu nutzen, unsere Schule einen Schritt weiterzubringen, unseren Schülern eine bestmögliche und realitätsnahe Ausbildung zu bieten und sie selbst in den Mittelpunkt ihres Lernprozesses zu stellen, sodass sie selbst- und verantwortungsbewusst sowie neugierig in ihre Zukunft starten können.

Weitere Informationen sind unter folgenden Adressen zu finden.

https://www.weevolution.org/

http://www.oiecec.org/fr/